Land und Leute von Schottland

Hier zeigen wir Ihnen Informationen über das Land Schottland und seine Einwohner. Wir informieren wir über die verschiedenen Regionen in diesem Land von den Borders und Dumfries&Galloway im Süden bis in die Highlands im Norden und listen alle Veranstaltungen in Schottland auf. Das sind Highland Games, Homecoming Events, Festivals in Edinburgh und vieles mehr. Wir berichten über Tradition und Brauchtum in diesem Land von der Nationalspeise Haggis bis zum Kilt. Weiterhin zeigen die Tier- und Pflanzenwelt an Land und im Wasser und informieren Sie über die Verkehrsregeln in Schottland. Neben dem Linksverkehr gibt es besondere Regeln im Kreisverkehr. Selbst der Wintersport bleibt hier nicht unerwähnt. Hier zeigen wir Ihnen die verschiedenen Ski Regionen auf.

Wissenswertes und Geschichten

Highland Games

In den schottischen Orten finden im Sommer laufend Highlandgames statt. Der örtliche Clan-Chef steht auf seinen Stock gestützt in der Mitte eines Spielfeldes und kontrolliert das Ereignis: Aufmarsch der Dudelsack-Bands aus der ganzen Gegend, Preis-Tanzen der Kinder, "Heavy Events" wie das Werfen von Gewichten über eine Stange oder ein Baumstammweitwurf. Die Teilnehmer der Heavy Events sind teilweise Profi-Sportler, die mit den Preisgeldern oder dem Preis-Whisky über den Sommer kommen wollen, und anderseits sogar Touristen, die mit geliehenem Schottenrock spaßeshalber mitmachen. Melden kann sich jeder. Auch noch direkt vor dem Wettkampf. Für die Kinder gibt es ca. £20 als Preisgeld, für Erwachsene Whisky. Viele Amerikaner und Kanadier schottischen Ursprungs reisen mit ihren Kindern durch das Land von einem Highlandgame zum nächsten. Mit dem Preisgeld wird dann die Übernachtung in der Jugendherberge bezahlt.

John Paul Jones, ein Schmuggler gründet die amerikanische Marine

Aus dem südschottischen Ort Kirkbean stammt John Paul Jones (1747-1792), ein Seefahrer, der nach fünf Jahren als Sklavenhändler und Schmuggler 1775 während der amerikanischen Revolution die amerikanische Marine (Navy) gegründet hat. Er hat dann zusammen mit den Franzosen die Briten vor in der Battle off Scarborough, (1799) angegriffen.

Highland Clearances

Die Dörfer der Küste Schottlands entstanden hauptsächlich im frühen 19. Jahrhundert zur Zeit der "Highland Clearances", eine sehr traurige Periode der schottischen Geschichte. Arme Bauern in den Highlands wurden, oft mit Gewalt, durch Clan Oberhäupter und Grundbesitzer von ihrem Land, das sie mit Ackerbau bewirtschafteten, vertrieben, um Platz für die Schafherden und neue Industrie zu schaffen. Damit die Bauern nicht wieder in die Häuser zurückgingen, wurden die Dächer eingerissen. Sie sehen noch heute viele alte Hausruinen ohne Dach aus dieser Zeit in der Landschaft. Die Bauern ließen sich dann an der Küste nieder oder wanderten nach Amerika oder Australien aus.

Crofting

Eine "Croft" ist heute ein kleiner Bauernhof, der dem "Crofter" zu einer wichtigen Ergänzung seiner Einkünfte dient oder aus Landschaftserhaltungsgründen betrieben werden muß. Normalerweise hält ein Crofter Schafe. Das Land ist von Großgrundbesitzern für sehr geringe Gebühr gepachtet (z.B. £5 pro Hektar pro Jahr) Zusätzlich erhalten sie vom Staat einen Zuschuß ("Grant"). Die Rechte der Crofter sind gesetzlich festgeschrieben. So können sie das Land dem Besitzer für z.B.fünf Jahrespachten abkaufen. Das wird aber meistens nicht getan, weil dann die "Grants" wegfallen. Der Crofter ist dann ja selbst Großgrundbesitzer.

Wikingerbräuche am Loch Maree

Beim Baden am Strand von Schottland sollen die Touristen auf wilde Wikinger von See achten, wie sie auch schon im 9ten Jahrhundert die Gegend beherrschten. Eine ihrer Hauptburgen hatten Sie auf einer Insel im Loch Maree. Damals nahm sich der Wikinger-Prinz eine Tochter eines keltischen Häuptlinges als Braut. Sie waren sehr verliebt und deshalb ungern getrennt. Der Prinz mußte aufgrund eines Kriegszuges außer Haus. Eine weiße Flagge auf seiner Burg sollte signalisieren, daß es seiner Braut gut geht, eine schwarze sollte das Gegenteil zeigen. Durch die lange Abwesenheit zweifelte die Braut an der Liebe und wollte den Bräutigam testen. Sie hißte eine schwarze Flagge, die der zurückkommende Wikinger-Prinz sah. Aus Gram stieß er sich seinen Dolch tief in sein Herz. Als nun seine Braut sah, was sie angerichtet hatte, nahm sie sein Schwert und stieß es sich in ihre Brust. Beide sind auf der Insel im Loch Maree begraben. Sehen Sie sich das dort ruhig einmal an, denn so war das damals.

Beerbungsbräuche in Schottland

Im 15ten Jahrhundert war der Clan Mackenzie der mächtigste Clan im Norden Schottlands. Sie hatten die MacDonalds (Lords of the Isles) bereits übertrumpft und wollten auch die MacLeods (gesprochen: Mäck Klaud) of Lewis ausstechen. Der Gutsbesitzer von Gairloch im Jahre 1480 war Allan MacLeod, der mit seiner ersten Frau, einer Tochter des Mackenzies Chefs, drei Söhne hatte. Die zweite Frau war eine MacLeod. Zwei Brüder dieser zweiten Frau wollten nicht, daß die Mackennzie-Söhne das Erbe antreten. So ermordeten Sie Allan MacLeod, den Vater, und zwei der Söhne in einem Hinterhalt am Loch Tollaidh. Der dritte war zu der Zeit nicht anwesend. Die Frau war jedoch loyal zu ihrem Mann und forderte Hilfe an vom Großvater, dem Gutsherrn von Kintail, der den König in Edinburgh informierte. Der König gab dem übriggebliebenen Sohn Hector Mackenzie die Vollmacht, die MacLeods zu bekämpfen. So wurden auch die Mörder erwischt bei Camas A'Bhata in der Nähe von South Erradale.

Jethro Tull auf der Isle of Skye

Im Süden der Insel Skye (Isle of Skye) liegt die Halbinsel Strathaird mit dem Ort Elgol. Fast die gesamte Spitze der Halbinsel gehört dem Leadsänger der Rockgruppe "Jethro Tull", Ian Anderson, der selbst in Kilmarie wohnt. Das Land hat er an Bauern vermietet.

Die MacLeods von Skye

Dunvegan auf der Isle of Skye ist bekannt wegen seines Castles, dem Sitz des Clan MacLeod. Über die See kamen vor vielen Jahren von der Insel Uist (Äußere Hebriden) Männer des MacDonald Clans und steckten die Kirche in Brand, in der eine Gemeinde der MacLeods versammelt war. Die gesamte Gemeinde kam in den Flammen um. Als die Männer der MacLeods zur Hilfe kamen, lagen die Boote der MacDonalds wegen der Ebbe auf dem Trockenen und die Täter konnten nicht flüchten und wurden von den MacLeods getötet.

Essen auf Duntulm Castle

Das Castle Duntulm liegt haarscharf an einer Klippenkante im Norden der Insel Skye. Diese Anlage erregte vor einigen hundert Jahren den Neid des Nachbarn MacGillespie vom Castle bei Uig. Er schickte dem Burgherrn Duntulm eine Einladung für ein Nachbarschaftsfest und gleichzeitig eine an bestellte Mörder. Leider vertauschte er die Briefe und Burgherr von Duntulm war gewarnt. Dieser schickte seine Leute und warf MacGillespie ins Gefängnis. Seine Rache: Er gab seinem Gefangen genug zu essen, leider nur versalzen. Dadurch verdurstete MacGillespie. Feriengäste werden aber nicht in Nachbarfehden miteinbezogen. Die Reste von Duntulm Castle sind auf Skye noch zu sehen.

Torfernte in Schottland

Während der Fahrt auf den Inseln der Hebriden und auch auf dem nördlichen Festland entdecken Sie immer wieder ca. 60cm tiefe Stufen im Torf. An dieser Kante wird der Torf zum Heizen abgestochen. Da er jetzt noch triefnaß ist, legt man immer Spatenfüllungen umgedreht oben auf die Kante. Diese brikettgroßen Stücke müssen immer wieder (richtig) gewendet werden und trocknen so. Nach einiger Zeit werden diese in Plastiktüten vom Supermarkt gesteckt. Man nimmt nun immer ein paar Tüten mit, wenn man vorbeikommt. Es ist also keine Müllhalde, sondern eine wohldurchdachte Torfernte. Das Stück Land, auf dem Torf gestochen wird (engl.: to cut peat), ist gegen sehr geringe Gebühr gepachtet oder es gibt uralte ungeschriebene Rechte. Baut nun jemand auf seiner Torfstelle ("peat bog") zwei Jahre keinen Torf mehr ab, so verfallen seine Rechte und jeder andere kann diese Stelle übernehmen. Heizen mit Torf kostet zwar fast kein Geld, benötigt aber zwei Wochen harte Arbeit pro Jahr.

Der Sonntag auf den Hebriden

Die Bewohner der Äußeren Hebriden (Harris, Lewis, North Uist, Sout Uist, Benbecula, Barra) sind sehr kirchlich. Hier gibt es eine Vielzahl von verschiedenen protestantisch konservativen Varianten (Church of Scotland, Free Church, Wee Free, Free Prebesterian usw.). Sonntags wird zur Kirche gegangen. Alles andere ist geschlossen (z.B. Tankstellen, Restaurants, Sehenswürdigkeiten). Teilweise gilt dies auch für Skye.

Goldschatz vor Tobermory auf Mull

1588 versank vor dem Hafen von Tobermory auf der Insel Mull eine spanische Galeone im morastigen Boden als Teil der spanische Armada, die vor den Briten nach verlorener Schlacht fliehen musste. Diese Galeone nahm gerade auf der Insel Proviant auf. Bei Streitigkeiten mit der Bevölkerung über die Bezahlung ging das Schiff in Flammen auf und das Schießpulver explodierte. Es wird gesagt, dass das Schiff Millionen von Goldmünzen an Bord hatte. Bisher hat noch keiner Reste des Schiffes oder gar die Münzen gefunden.

Die Schlacht von Glencoe 1692

In Glencoe (30km östlich von Fort William) fand 1692 ein Massaker statt. Um sich die Treue aller Clan-Chiefs zu sichern, forderte sie der englische (protestantische) König William II auf, einen Eid zu leisten. Die Clans, die dieser Forderung nicht nachkommen, so drohte der König, würden enteignet und ermordet werden. Der Häuptling der (katholischen) MacDonalds of Glencoe, Mac Ian, entschied sich sehr spät, dieser Forderung nachzukommen. Als er dann losging, den Eid zu leisten, wurde er durch Schnee behindert, dann ging er nach Fort William, wurde aber nach Inveraray verwiesen. Er kam dort einige Tage zu spät an. Aber sein Eid schien akzeptiert worden zu sein. Zwei Monate später erschien der Earl of Argyll, einer vom Clan Campbell mit Soldaten bei den MacDonalds of Glencoe. Der Clan Campbell hatte sich frühzeitig auf die Seite des englischen Königs begeben. Sie wurden gastfreundschaftlich bedient und beherbergt. Am Morgen fielen dann die Campbells ohne Vorwarnung über die MacDonalds her und ermordeten 42 Menschen. Ursache hierfür war ein geheimer Befehl vom König, wegen der Verspätung beim Eid ein Exempel zu statuieren. Und deshalb steht auch heute noch an manchen Highland-Pubs: „No Campbells", was bedeutet: diese kommen hier nicht rein. Seien Sie also vorsichtig, welcher Clan-Richtung Sie sich anschließen.

Der Crinan Canal

Der Crinan Canal ist ein 15km langer künstlicher Wasserweg zwischen Ardrishaig und Crinan im Westen von Argyll. Der Kanal kürzt den Weg von der schottischen Westküste und den Hebriden zur Halbinsel Cowal und nach Glasgow um 150km ab. Die Fahrt um die Halbinsel Kintyre entfällt hierdurch. Dies war früher für die regionale Versorgung bedeutend und hilft heute den Sportbooten. Der Kanal hat 15 Schleusen, die teilweise auch heute noch immer per Hand bedient werden. Eine Schiffsdurchfahrt dauert bis zu einem Tag. Der Crinan Canal wurde 1790 geplant und 1801 fertiggestellt. Erst 1817 waren alle Planungsfehler beseitigt. Kommerziell wurden durch diese Wasserstraße Whisky und Salz befördert. Hierfür gab es einen speziellen Schiffstyp, den „Puffer", ein Dampfschiff, das hier und im ganzen Firth of Clyde (bis Glasgow) benutzt wurde. Er passt aufgrund seiner Größe hervorragend in diesen Kanal, aber auch in andere enge Passagen. Ab ca. 1900 wurde der Crinan Canal von den Bewohnern von Glasgow und Argyll als Ausflugsort berühmt. Jetzt gab es spezielle Dampffahrgastschiffe, die den Kanal entlang fuhren.

Das Barcaldine Castle

Das Barcaldine Castle wurde 1594 von Sir Duncan Campbell „Black Duncan", dem Laird of Breadalbane (=Campbell) gebaut, sein Urgroßenkel Para Dyarak „Red Patrick" baute dann Barcaldine House für seine große Familie. Sein Sohn Ian Du, „Black Haired John" nahm viele bauliche Veränderungen vor und pflanzte viele Bäume, von denen einige noch angeschaut und angefaßt werden können. Aber das Geld wurde knapp und die Estate wurde von seinem Halbbruder Duncan of Glenure gekauft. Duncan wurde Laird of Glenure nach der Ermordung seines älteren Bruders Sir Colin Campbell „Red Fox" 1752. Dieser wurde am Ufer des Loch Leven auf dem Gebiet der Stewarts of Appin nach seiner Rückkehr von Fort William ermordet. Dieses Ereignis ist in der Geschichte als „Appin Murder" bekannt. Der Streit zwischen den Stewarts of Appin, den Verbündeten der Macdonalds und den Campbells schwelte schon vor den Ereignissen in Glencoe, wo die Campbells unter Ausnutzung der Gastfreundschaft 42 Macdonalds of Glencoe ermordeten als Teil der Auseinandersetzungen zwischen den Jacobitern (katholisch, Macdonalds) und den protestantischen Anhängern der englischen Krone (Campbells). Colins Leichenzug machte auf dem Weg zum Ardchattan Kloster, wo alle seine Vorfahren begraben sind, im Barcaldine House Station. Im Jahre 1815 wurden erneut größere Veränderungen am Barcaldine House durch Sir Duncan Campbell, dem ersten „Baronet", vorgenommen. Zu dieser Zeit wurden die meisten Gebäude, die Sie heute sehen, gebaut. Heute vermieten wir in diesem Haus Ferienwohnungen.

Balmoral Castle

Balmoral Castle ist der Sommersitz der britischen Queen. Das Castle wurde 1856 von Queen Victoria zu diesem Zweck gebaut. Auch sonst hat Victoria Schottland seinerzeit wiederbelebt. So öffnete sie 1895 die Crathy Kirk, in der die Royal Family jeden Sonntag den Gottesdienst besucht, wenn sie in Schottland ist. Nicht weit entfernt ist die Cambus O’May Suspension Bridge (Hängebrücke), vor der Prince Charles häufig fotografiert wird und seine Lieblings-Distillery Royal Lochnagar. Es schrieb sogar ein Kinderbuch „Der alte Mann von Lochnagar". Sollten Sie einem Mitglied der königlichen Familie dort begegnen, bestellen Sie bitte einen freundlichen Gruß von uns.

Callwood Smiddy

Callwood Smiddy ist eine 200 Jahre alte Schmiede am Loch Tay. Im 18. und 19. Jahrhundert ging am Haus ein Weg für den Viehtrieb vorbei. Die Farmer der Highlands trieben ihre Tiere selbst zum Markt in den Süden. Durch die harten und metallhaltigen Straßen im Süden nutzten die Hufe der Tiere stark ab. So verpasste man ihnen hier eine Art Schuhe, die die Hufe schützten. Auf dem Rückweg gaben die Hirten diese Schuhe wieder ab. Beim Ausbau des Hauses wurden im Garten viele dieser Schuhe gefunden. Es gibt eine Geschichte, dass hier früher auch illegal Whisky gebrannt wurde. Kurz vor einer Razzia soll ein volles Fass noch schnell im Garten vergraben worden sein. Leider hat diesen jetzt 150-jährigen Whisky noch keiner gefunden.

Scone Palace

Der nahe Scone Palace ist seit 400 Jahren im Besitz der Grafen von Mansfield. Im 19. Jahrhundert wurde er vollständig renoviert. Er ist feudal eingerichtet und voller Antiquitäten. Im Park stolzieren Pfaue umher. Die Bibliothek enthält eine kostbare Porzellansammlung. Ebenfalls aus Scone kommt der Stone of Scone. Ein quaderförmiger Stein von ca. 50cm x 20cm x 20cm mit eingelassenen Eisentragegriffen. 500 Jahre wurden alle schottischen Könige auf diesem Stein gekrönt, bis die englische König Edward I den Stein 1296 raubte, um den Schotten die Identität zu nehmen. Bis 1951 wurde er in der Westminster Abbey in London verwahrt. Dann stahlen ihn junge Schotten, um ihn nach Schottland zurückzubringen. Er wurde aber nach London zurückgegeben. Erst jetzt wurde er offiziell zurückgegeben und steht nun in Edinburgh der Besichtigung zur Verfügung.

Dundee Discovery Point

Besichtigen Sie in Dundee (45km) den Discovery Point. Hier liegt das Versorgungsschiff von Robert Scott (1868-1912), dem britischen Polarforscher. Im Wettlauf mit dem Norweger Roald Amundsen erreichte er 1912 leider nur den zweiten Platz. Scott setzte auf die damals neuen Motorschlitten, die promt versagten, Amundsen auf herkömmliche Schlittenhunde. Scott starb auf dem Rückweg vom Pol noch in der Antarktis als letzter seiner Expedition. Sein Schiff kehrte aber schon früher zurück. Weiterhin liegt im Hafen von Dundee die HMS Unicorn, 1824 gebaut und damit das älteste noch schwimmende (Kriegs-)Schiff.

Blair Atholl

Südlich von Glenshee liegt im Gebiet Tayside die 700-jährigen Burg von Blair Atholl. Der Herzog von Blair Atholl hat 1844 das merkwürdige Recht von Queen Victoria bekommen, eine Privatarmee halten zu dürfen. Heute dient das 75-köpfige Regiment lediglich noch repräsentativen Aufgaben und besteht aus Akademikern, die hierauf sehr stolz sind. Sollten Sie sich aber mit Herzog Atholl anlegen wollen, achten Sie bitte darauf, dass Ihre Gruppe größer als 75 Personen ist, die zudem noch recht muskelstark sein sollten.

Schlacht um den Pass von Killiecrankie

Von hier ist es nicht weit zum Pass of Killiecrankie an der A9. Dieser Pass war die zentrale Verbindung zwischen den Lowlands und den Highlands. Nach der Vertreibung des letzten katholischen Stuart-Königs durch die Engländer hingen die Highlander dennoch weiter an ihm und dem Katholizismus, die Lowlander waren jedoch protestantisch wie die Engländer. Die Kontrolle des Passes war strategisch äußerst wichtig. Zuerst gewannen die Highlander im Jahre 1689, verloren aber ihren Führer, dann gewannen aber jedoch die Lowlander. Diese Kämpfe leiteten über in Jakobiter-Aufstände mit Bonnie Prince Charlie und Culloden (1745). Während einer Schlacht floh ein Jakobiter (katholischer Highlander) vor den Lowlandern/Engländern und übersprang die Schlucht von 5,50 m. Seine Kollegen schafften es nicht und ertranken im Wasser des Baches. Dieser Sprung wird „Soldier’s Leap" genannt und im Visitor Centre in vielerlei Weise gewürdigt.

Destitution Roads

In den schottischen Highlands gab es in frühen Zeiten nur Pfade, auf denen die Clans ihr Vieh zu den Märkten trieben. Während der jakobinischen Kriege (Bonnie Prince Charlie) wurden viele dieser Pfade von den Engländern zu Militärstraßen (Military Roads) ausgebaut, damit sie mit ihrem Kriegsgerät schneller zu den Einsatzorten kommen konnten. Ein weiterer Teil der Straßen entstand als „Destitution Roads" (Straßen des Elends), die die Schotten als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme bauen mussten, um Lebensmittel von den Engländern zu erhalten, als Mitte des vorigen Jahrhunderts eine Hungersnot herrschte, die durch Kartoffelmissernten in Irland und Schottland ausgelöst wurden.

Viehmarkt in Lairg und Preise für Schafe

Lairg selbst war früher Hauptort in den Highlands für die Schafzucht und die Vermarktung der Schafe. Heute gibt es zwar noch immer viele Schafe überall in Schottland, die Farmer können hiermit aber nur noch geringe Einkünfte erzielen. 1998 kostete das Scheren eines Schafes ca. 1-2 £ , die zentrale Vermarktungsgesellschaft für die Wolle (Vlies) zahlte jedoch nur 64p mit einem Jahr Zahlungsfrist. Ein 6 Monate altes lebendes Lamm erlöst £2-3, ein 12 Monate altes Lamm gab je nach Rasse £15-30, ab 2 Jahre sank der Preis auf ca. £5 pro Tier. 1997 waren die Preise doppelt so hoch. Ein registrierter Bock (notwendig für die Zucht) kostete 1997 £400 und 1998 £60. Teilweise waren die Transportkosten, besonders von den Inseln so hoch, dass sich der Verkauf nicht lohnt. Die Regierung zahlte deshalb Prämien für die Tötung. Als Grund gilt besonders preisgünstiges Lammfleisch aus Neuseeland. Heute steigen die Fleischpreise für Schaf wieder etwas.

Horn des Bullen im Dunvegan Castle

Im Westen der Insel Skyeliegt das Dunvegan Castle, der Sitz der MacLeods (sprich Mäck Klauts). Berühmt wurde Malcolm, der dritte Chef des Hauses (1296-1370). Er kam eines Abends von einem geheimen Rendezvous mit der Frau von Frazer of Glenelg, als er von einem gefährlichen Bullen angegriffen wurde. Nur mit einem Dolch bewaffnet, erlegte er das Tier. Als Souvenir nahm er das Horn des Tieres mit. Sie können es noch heute im Dunvegan Castle besichtigen.

Snelsetter Castle auf den Orkney Inseln

Der Besitz Snelsetter (heute Ferienhaus von uns) wurde schon im 16. Jahrhundert als Snelsetter Castle als Residenz des Moodie Familie erwähnt, die vom norwegischen Grafen Harold Mudadi abstammte. Der Name des Hauses, ausgesprochen „Snelster" erinnert an die Wikinger. Viele hundert Jahre vorher fand hier auch eine See-Schlacht zwischen Rognvald und Thorfinn statt. Siebzig gefallene wurden auf dem Gelände beerdigt. Die Moodie Familie tauschte das Anwesen 1598 „an" Earl Patrick Stewart, dem Bruder von Mary, Queen of Scots (freiwillig?). Die Moodies hatten 1630 Verbindungen zu Bishoff George Graham (siehe auch unser Haus SCH-316 mit dem Geist eines Grahams). So gibt es auch hier eine belegte Geschichte, die besagt, daß Lady Christina of Melsetter (Dark Lady) die Fair Lady of Snelsetter ermordet hat (ca. 1750). Lady Snelsetter soll unter den Fußbodenplatten des heutigen Ferienhauses begraben worden sein und scheint häufig auch dort zu bleiben... Das Gebäude hat alte dicke Wände und trotzt mit seinen kleinen Fenstern dem rauen Klima und den Winterstürmen. Der Besitzer wohnt im rechtwinkligen Teil nebenan und hilft unseren Gästen bei eventuellen Wikingerangriffen von See.

Die Küste St. Abbs'

St. Abbs ist ein malerischer Fischerort an der Nordseeküste Northumberlands, also gerade eben Schottland. Die Küste ist rau mit sandigen Stränden. Sie erreichen Coldingham Sands, einen guten Strand in wenigen Minuten zu Fuß auf einem Küstenpfad. Am 14. Oktober 1881 vernichtete ein Sturm die gesamte auf See befindliche Fischereiflotte des nahen Ortes Eyemouth. Es starben knapp 200 Männer. Ein Museum dient als Gedenkstätte. Bitte nehmen Sie Schwimmwesten mit auf Ihre Fischfahrten.

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